Achtsamkeit

02.05.2021

Achtsamkeit
Achtsam sein
Auf sich acht geben

Achtsamkeit oder “mindfulness” liegt ganz im Trend unserer Zeit.
Wie leicht ist es doch, sich selbst aus den Augen zu verlieren. Stress, Unzufriedenheit, Hektik des Alltags, Nörgeleien können ganz leicht dazu führen, dass unsere kleine harmonische Welt aus den Fugen gerät. Neu ist Achtsamkeit jedoch nicht. Eher wurde sie wiederentdeckt.

Hier folgt ein Gedicht von Dschalal ad-Din Muhammad Rumi (1207 - 1273), der sich schon im Mittelalter Gedanken um das Thema gemacht hat:

Achte gut auf diesen Tag.

Achte gut auf diesen Tag,
denn er ist das Leben –
das Leben allen Lebens.
In seinem kurzen Ablauf liegt alle seine
Wirklichkeit und Wahrheit des Daseins,
die Wonne des Wachsens,
die Größe der Tat,
die Herrlichkeit der Kraft.
Denn das Gestern ist nichts als ein Traum
und das Morgen nur eine Vision.

Das Heute jedoch, recht gelebt,
macht jedes Gestern
zu einem Traum voller Glück
und jedes Morgen
zu einer Vision voller Hoffnung.

Darum achte gut auf diesen Tag.

Dschalal ad-Din Muhammad Rumi zählt zu den bedeutendsten persischsprachigen Dichtern des Mittelalters und gilt als Mitbegründer der islamischen Mystik. Geboren in Balch im heutigen Afghanistan, lebte und wirkte er bis zu seinem Tod in Konya, der heutigen Türkei. Zu Zeiten Rumis wurde Anatolien im islamischen Raum, bezogen auf das Byzantinische Reich, als Rum (“[Ost-] Rom”) bezeichnet, daher der Beiname Rumi (Römer).
Der Mevlevi-Derwisch-Orden geht auf ihn zurück; von seinen Derwischen und späteren Anhängern wird er Mevlana (Herr/Meister) genannt.

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